Staat fördert Messtechnik in Plusenergiehäusern

Das neue Programm für Plusenergiehäuser fördert den Einbau und Betrieb von Messtechnik für die Überwachung der Gebäude.


Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) hat ein neues Förderprogramm für Modellhäuser aufgelegt, die den sogenannten Plus-Energie-Standard erfüllen. Dafür standen zunächst im Jahr 2011 rund 1,2 Millionen Euro bereit. Mit dem Programm werden Bauherren unterstützt, die Gebäude errichten, die deutlich mehr Energie produzieren, als für deren Betrieb notwendig ist. Diese Energie soll insbesondere für die Elektromobilität zur Verfügung stehen. Ziel ist es, die geförderten Projekte im Hinblick auf ihre Energiebilanz sowie ihre Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit zu untersuchen. Mit den Ergebnissen soll das Energiemanagement von modernen Gebäuden verbessert und die notwendigen Komponenten für die energieeffiziente Gebäudehülle und die Nutzung erneuerbarer Energienfortentwickelt werden. Dementsprechend zielt die Förderung auf Modellprojekte, die von Forschungsinstituten begleitet werden.

Gefördert werden neben der planerischen Nachweisführung für den Plusenergiehaus-Standard die Planung und der Einbau von Messtechnik einschließlich einer Wetterstation für die Überwachung der Gebäude sowie die Durchführung, Dokumentation und Auswertung der Messungen. Hinzu kommt die anteilige Risikoübernahme von noch nicht wirtschaftlichen beziehungsweise Technologien, die noch nicht dem Stand der Technik entsprechen. Diese Kosten werden bis zu einem Betrag von 70.000 Euro komplett übernommen. Der Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden.

Allerdings können verschiedene Techniken in die Förderung eingeschlossen werden. Dazu gehören etwa Dünnschicht-PV-Module für die Fassade, Indach-Photovoltaikanlagen, Kleinwindkraftanlagen, hochwärmedämmende Fenster mit einem U-Wert kleiner 0,7 Watt pro Quadratmeter Kelvin (W/m2K) oder monitorgestützte Systeme für die Darstellung des Energieverbrauchs. Für diese Fördergegenstände beträgt die Zuwendung 20 Prozent der Investitionskosten, höchstens jedoch 300 Euro je Quadratmeter Wohnfläche.

Die neue Fördermaßnahme richtet sich an alle Bauherren oder deren bevollmächtigte Vertreter. Gefördert werden zunächst ausschließlich Wohngebäude, die in Deutschland errichtet werden. Die Gebäude sollen in der Lage sein, neben allen Funktionen des Hauses, wie Heizung, Warmwasser, Beleuchtung oder Haushaltsstrom, auch Elektrofahrzeuge oder weitere externe Nutzer wie benachbarte Häuser zu bedienen. Sie sollen unter realen, das heißt bewohnten Bedingungen, getestet und evaluiert werden. Dazu wird den Bauherren jeweils eine Expertengruppe zur Seite gestellt. Die Forschungsergebnisse werden anschließend veröffentlicht. Das neue Förderprogramm startete am 18. August 2011. Die Zuwendungsanträge sind einzureichen beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Mehr Infos unter www.bbsr.bund.de

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