Solare Versorgung in der Wohnungswirtschaft

Solarstrom ist für viele Wohnungsunternehmen noch mit Unsicherheiten behaftet, zumindest wenn die eigenen Dachflächen dafür genutzt werden sollen. Dabei ist gerade der Bereich der Wohnimmobilien für Photovoltaikgewinne bestens geeignet – trotz der Kürzung der Solarförderung. Ein neues Kooperationsmodell will jetzt die Risiken für die Wohnungswirtschaft übernehmen.


Noch schrecken die Wohnungswirtschaft zu viele Risiken von der solaren Nutzung ihrer Dachflächen ab. Ein neues Betreibermodell will das ändern. Denn: Mit Sonnenstrom sind attraktive Zusatzgewinne möglich.

Überall vernimmt man mittlerweile, dass die Förderung von Solarstrom schneller zurückgefahren werden kann als es ursprünglich im Gesetz vorgesehen war. Dass die technische Entwicklung in der Photovoltaik (PV) in diesem rasanten Tempo voranschreitet, verdanken wir dabei vor allem dem EEG. Dieses bildete in der Vergangenheit die Grundlage für hohe Investitionen im PV-Bereich. So haben sich die im Jahr 2000 erwarteten jährlichen Entwicklungsschübe von 5 Prozent mittlerweile mehr als verdoppelt. Entsprechend findet eine schnellere Anpassung der gesetzlich gesicherten Einspeisevergütung statt. Der aktuell höchste Vergütungssatz von 28,74 Cent pro erzeugte Kilowattstunde wird voraussichtlich bereits Mitte des Jahres unter 25 Cent fallen. Im Gegenzug steigen die Stromkosten des durchschnittlichen Privathaushalts für Strom auf deutlich über 20 Cent pro Kilowatt. Der Punkt, an dem sich der Angebotspreis mit dem Erzeugungspreis schneidet, wird klassischer Weise als Erreichen der „Netzparität“ bezeichnet.

Netzparität wird auf Wohnhaudächern zuerst erreicht

Doch wo befindet sich diese, eher im theoretischen Preismodell liegende, Netzparität? Die Antwort: Sie ist sowohl von der Art des Stromverbrauchers als auch vom Zeitpunkt des Verbrauchs abhängig. Den höchsten Strompreis zahlt der klassische Privatkunde für seinen Eigenverbrauch. Je nach Energieversorger zahlt der durchschnittliche Stromkunde in Deutschland inzwischen rund 22 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde. Das bedeutet, dass die entsprechende Netzparität im Wohnungsbereich vereinzelt bereits im Sommer 2011, auf breiterer Front jedoch 2012 erwartet werden kann. Im Freilandbereich liegt die Einspeisevergütung bereits bei 21,11 Cent pro erzeugter Kilowattstunde und befindet sich somit spätestens ab Mitte des Jahres – anhand der zu erwartenden zusätzlichen Kürzung – mit deutlich unter 20 Cent pro Kilowattstunde unter der Netzparität im privaten Wohnbereich. Allerdings stehen diese Freilandanlagen auf dem Boden und erzeugen verbraucherunabhängigen Strom fern von städtischen Wohngebieten. Aufgrund dieser Tatsache wird die echte Netzparität zuerst auf Dachflächen von Wohngebäuden erreicht, denn nur hier treffen Angebot und Nachfrage direkt aufeinander.

Wohnungswirtschaft ist trotzdem zögerlich

Und dennoch: Während im Bereich der Einfamilienhäuser, bei landwirtschaftlichen Anwesen und auf Industriedachflächen das Marktvolumen seit Jahren kontinuierlich angewachsen ist, werden auf nutzbaren Flächen der Wohnungswirtschaft bisher mögliche Erträge aus ungenutzten Dachflächen kaum realisiert. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Zum einen gibt es abweichende Abschreibungsphasen zwischen Gebäuden und PV-Anlagen, zum anderen können sich mögliche Konflikte aus dem Amortisationszeitraum einer PV-Anlage und den Aus- oder Umbauplänen für eine Liegenschaft ergeben. Des Weiteren spielen technische Unwägbarkeiten, ein hoher Verwaltungsaufwand im Anlagenbetrieb und das hohe Investitionsvolumen eine Rolle. Darüber hinaus müssen die Anlagen über einen Zeitraum von 20 Jahren überwacht und betrieben werden. Die Abrechnungen und die Buchhaltung sind entweder zu organisieren oder in eine bestehende Buchhaltung zu integrieren.

Neues Betriebsmodell mit Gesamtlösung

Alles Fragen, die Dacheigentümer von großen Wohnkomplexen, bisher von einer Investition abgehalten haben, obwohl es mittlerweile umfangreiche Miet- oder Pachtangebote am Markt gibt. Diese haben jedoch nahezu alle gemein, dass sie die Bedürfnisse der Gebäudeeigentümer nur begrenzt abbilden. Denn der Gebäudeeigentümer möchte in erster Linie seine Gebäudesubstanz nicht verschlechtern und die freie Vermietbarkeit der Immobilie erhalten. Erst in zweiter Linie steht der mögliche Zugewinn. Aus der Kenntnis dieser Bedürfnisse und des wohnungswirtschaftlichen Marktes in Kombination mit den sich neu ergebenden Möglichkeiten einer erreichbaren Netzparität hat sich ein neues Modell der partnerschaftlichen Kooperation entwickelt, wie es zum Beispiel die PV-B, ein Tochterunternehmen der Kathrein Firmengruppe, anbietet: Gemeinsam mit Photovoltaik-Spezialisten bietet die Unternehmensgruppe Gesamtlösungen an, die sich an den spezifischen Erwartungen der Wohnungswirtschaft orientieren. Sie übernehmen wahlweise jeglichen Herstellungs- und Verwaltungsaufwand sowie das Betriebsrisiko. Darüber hinaus können die errichteten Anlagen auch in einer eigenen Investitionsgesellschaft gehalten werden. Das Spektrum des Angebotes reicht weit über eine reine Dachpacht hinaus bis zu einem eigenen Investitionsobjekt –  ohne sich dabei um die technische Abwicklung kümmern zu müssen. Jedes Wohnungsunternehmen kann dabei sein individuelles Betreibermodell kreieren und entsprechend umsetzen. Dafür steht ein professionelles Management mit langjähriger Erfahrung in der Immobilienwirtschaft in Kombination mit den Qualitätsansprüchen des Hauses Kathrein für den Erfolg.

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