Erdwärme für geringe Betriebskosten

Ein überzeugendes städtebauliches und architektonisches Konzept zeichnet die 18 farbenfrohen Doppelhaushälften aus, die in Wiesbaden-Biebrich am Strohschnitterweg entstanden sind. Bei der Planung des Quartiers hat die GWW Wiesbadener Wohnbaugesellschaft auf Ressourcenschonung gesetzt, was hier in erster Linie bedeutete: kleine Grundstücke und damit eine verdichtete Bebauung – analog zur Umgebung. Außerdem kommen die kompakt geplanten Baukörper mit wenig Energie aus. Fußbodenheizungen und die Nutzung von Erdwärme optimieren das Konzept zugunsten niedriger Betriebskosten.


Dafür sorgt die Wärmepumpe im Keller: Die TTF 10 cool von Tecalor heizt im Winter und kühlt passiv bei sommerlichen Temperaturen.

Die GWW hat sich für zwei Gebäudetypen entschieden: das Mehrgenerationen- und das Start-up-Haus. Beide verfügen über zwei Vollgeschosse, ein Dachgeschoss mit Terrasse und ein Untergeschoss, das sich zum Garten öffnet. Durch unterschiedliche Breiten der Häuser entsprechend der Lage auf dem Gesamtgrundstück ergeben sich Modifikationen. Die Grundrisse sind so flexibel konzipiert, dass hier sowohl Einzelpersonen und junge Paare, als auch große Familien leben können. Der ökologischer Planungsansatz mündete auch in die Entscheidung für die Wärmepumpentechnik. Pro Doppelhaushälfte kommt eine Wärmepumpe zum Einsatz, die heizt und im Sommer passiv kühlt. Wer in einer Dachgeschosswohnung lebt, weiß letzteres besonders zu schätzen. Aufgrund der Grundstücksgröße war nur eine Bohrung pro Haus möglich. Deshalb wurden die Sonden bis auf 140 Meter geteuft – eine Genehmigung des Bergbauamtes war somit notwendig. Besonders hilfreich ist der hohe Vorfertigungsgrad der Wärmepumpe, wodurch eine erhebliche Arbeitserleichterung für den Fachhandwerker entsteht. Bereits mit wenigen Handgriffen ist die Installation abgeschlossen. Für einen reibungslosen Ablauf und Unterbringung der Geräte ist eine enge Zusammenarbeit schon in der Planungsphase zwischen Architekt, Planer und Handwerker erforderlich. Individuelle Anpassungen, wie der Austausch der Standardsolepumpe gegen ein stärkeres Aggregat aufgrund der Bohrtiefe, hielten sich in Grenzen. Die Fußbodenheizung arbeitet ausgesprochen wirtschaftlich mit 35 Grad im Vorlauf und 28 Grad im Rücklauf. Da die Rohre der einzelnen Heizkreise in einem Abstand von 10 Zentimetern verlegt wurden, übernimmt der Estrich die Pufferfunktion. So konnte auf einen Speicher verzichtet werden. Auch das Warmwasser wird mit einem Zeitschaltprogramm über die Wärmepumpe erzeugt.

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