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Technik

24.08.2011 18:39 Alter: 182 Tag(e)
Kategorie: Fassade + Dach

Materialschäden auf dem Flachdach vermeiden

Schäden an Bitumenbahnen sind ärgerlich und haben im Haftungsfall rechtliche Konsequenzen für den Verarbeiter. Insbesondere in heißen Sommermonaten können bei falscher Produktwahl Risse, Versinterungen oder sogar unkontrollierte Deckmassenrutsche auftreten. Um das Risiko für Schäden zu vermeiden, ist es sinnvoll, von vornherein hochwertige Produkte zu verarbeiten. Doch das geschieht oft nicht.


Das Zusammenwirken von falscher Materialwahl und hohen Temperaturen verursacht im schlimmsten Fall einen unkontrollierten Deckmassenrutsch.

Jeder am Bau weiß: Langfristig geht nachhaltig vor billig. In der Praxis wird aus Preisgründen jedoch eher auf günstigere Materialien anstatt nachhaltige Qualität gesetzt. Alexander Geist, Geschäftsführer von Geist Bedachungen in Kirchardt-Berwangen, zeigt, dass der Einsatz von Hochwert-Produkten nicht nur sicherer ist, sondern sich auch wirtschaftlich durchaus rechnet. Die Anforderungen an die Strapazierfähigkeit vor allem von Oberlagsbahnen auf Flachdächern ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Ein Grund hierfür ist die Zunahme von Wetterextremen, wie lange Hitzeperioden, Hagel und Starkregen. Auch die Belastung der Bahnen durch Aufbauten wie Solarpanels spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle. Das vermehrte Nutzen von Flachdächern wird für das Material zu einer Herausforderung. Standardbahnen stoßen dabei häufig an die Grenze ihrer Belastbarkeit.

Temperaturverhalten oft nicht ausreichend

Das Temperaturverhalten von klassischen Bitumenbahnen reicht in der Regel von  plus100 bis -25 Grad Celsius. In Zeiten des Klimawandels kann dies selbst in unseren gemäßigten Klimazonen schnell kritisch werden. Hochwertige Polymerbitumenbahnen hingegen haben nicht nur ein besseres Temperaturverhalten, sondern sind auch extrem reißfest und alterungsbeständig. “Wer heute nachhaltig arbeiten will, muss auf hochwertige Produkte setzen und diese erstklassig verarbeiten”, sagt Diplom-Ingenieur Geist. Nur so lasse sich sicherstellen, dass bei regelmäßiger Wartung am Dach langjährig wenig bis gar keine Probleme auftreten werden.

Haftung kann böse Folgen haben

Die Haftungsfrage bei falscher Materialwahl sorgt im Schadensfall meist für zusätzliche Probleme beim Verarbeiter. Bis zur Abnahme des Daches haftet der Verarbeiter für die durch ihn verursachten Schäden, aber auch für Fremdschäden, wenn sie nicht dem eigentlichen Verursacher zugeordnet werden können. Nach der Dachabnahme trägt der Verarbeiter innerhalb der Gewährleistungszeit eine Mithaftung bei Schäden, die infolge der Auswahl von ungeeignetem Material entstehen. Die falsche Baustoffauswahl gilt als klassischer Planungsfehler, bei dem man sich nicht auf den Kundenwunsch berufen kann. Die Planungshaftung kann in Deutschland bei bis zu 30 Jahren liegen. Hier ist es besonders entscheidend, gleich auf Material zu vertrauen, das die bestehenden DIN- und EN-Normen erfüllt oder besser überfüllt”, empfiehlt Geist.

Hochwertige Produkte bieten Mehrwert

Die Geist Bedachungen GmbH saniert derzeit rund 16.000 Quadratmeter Dachfläche auf einem Logistikzentrum in Heilbronn. Unter Berücksichtigung der neuesten Energieeffizienz- und Brandschutzrichtlinien wird das Dach auf dem Altdach kompletter neu aufgebaut. Verlegt werden ausschließlich Materialien aus dem Premiumsegment. Gedämmt wird mit Mineralwolle- und EPS-Dämmplatten. Darüber wird eine hochwertige zweilagige bituminöse Abdichtung verlegt. Als Unterlagsbahnen kommen eine kaltselbstklebende Elastomerbitumenbahn sowie eine Flex-Elastomerbitumen-Schweißbahn zum Einsatz. Als Oberlagsbahn sorgt eine hochwertige Polymerbitumen-Schweißbahn durch die helle, dolomitgraue Bestreuung unter anderem für eine bessere Reflexionswirkung und Temperaturabsenkung auf dem Dach. In punkto Temperaturverhalten überzeugt die Bahn mit einer Wärmestandfestigkeit bis plus 155 Grad und einem Kaltbiegeverhalten bis minus 35 Grad Celsius.

Der Auftragggeber und Besitzer des Logistikzentrums, E und L Immobilien, hat sich trotz der etwas höheren Materialkosten von der Nachhaltigkeit des Sanierungskonzepts überzeugen lassen. “Wir konnten E und L darlegen, dass eine preisbewusste Umsetzung und der Einsatz von Premiumbahnen kein Widerspruch sind”, erklärt Alexander Geist. “Langfristig lässt sich mit einem etwas höheren Anfangseinsatz viel Geld sparen: Denn ein Premiumdach wird im Laufe einer Liegezeit von 20 bis 25 Jahren bei regelmäßiger Wartung nur geringe Folgekosten verursachen.”