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Klima/Lüftung

20.09.2011 13:30 Alter: 242 Tag(e)
Kategorie: Heizung, Klima/Lüftung

Kleinspeicher: Bei der Warmwasserbereitung die Vorteile kurzer Wege nutzen

Durchlauferhitzer – insbesondere elektronische – genießen bei Nutzern und Installateuren einen guten Ruf. Die Vorteile der dezentralen Warmwasserversorgung sind selbst unter Fachleuten unstrittig. Und Kleinspeicher? Wenn man den Aussagen einiger selbsternannter ‚Fachberater‘ Glauben schenken würde, dürfte es in Deutschland immer weniger Warmwasser-Kleinspeicher geben. Schon merkwürdig, denn die Verkaufszahlen sprechen eine eindeutig andere Sprache. Jahr für Jahr kommen weit über eine halbe Million Geräte neu dazu – und das bei gleichbleibend hohem Marktniveau. Denn Kleinspeicher sind und bleiben eine effiziente Alternative zu Durchlauferhitzern.


Oben: Die dezentrale Warmwasserversorgung bietet viele Vorteile. Besonders dann, wenn häufig kleine Mengen warmes Wasser gezapft werden. Denn bevor das warme Wasser genutzt werden kann, muss erst das kalte Wasser aus der Leitung laufen.

Hintergrund ist, dass die dezentrale Warmwasserbereitung zusehends an Bedeutung gewinnt: Den Wasserhahn aufgedreht, zehn oder fünfzehn Sekunden gewartet, dann kommt endlich das warme Wasser. Da verschwinden etliche Liter Wasser sinnlos durch den Abfluss. Was ist schon 1 Liter Wasser, wird mancher sagen. Sicherlich nicht viel, wenn man nur einmal den Wasserhahn aufdreht. Aber wie oft wird im Haushalt der Warmwasserhahn geöffnet, um mal kurz die Hände zu waschen oder mal eben in der Küche etwas abzuspülen? Bei der zentralen Warmwasserbereitung verpufft ein guter Wirkungsgrad nur allzu oft durch die lange Zuleitung zum Waschbecken oder der Dusche. Da kommen schnell einige Kubikmeter zusammen - und das bei Wassergebühren von zum Teil deutlich über 5 Euro pro Kubikmeter. Schon bei einem Abstand von nur 10 Metern zwischen Wärmeerzeuger und Zapfstelle laufen über 3 Liter Warmwasser durch den Ablauf. Von den Energieverlusten ganz zu schweigen. Anders bei der dezentralen Warmwasserbereitung über Durchlauferhitzer und Kleinspeicher, die in direkter Nähe zur Zapfstelle installiert werden. Durch die kürzeren Leitungswege verbrauchen sie weniger Wasser und Energie, und die Geräte bieten einen wesentlich besseren Komfort.

Kleinspeicher: Mit Steckdose und hohen Wassertemperaturen

Der Kleinspeicher ist derzeit die einzige technische Möglichkeit, größere Zapfraten bis 5 Liter pro Minute und höhere Temperaturen bis 85 Grad zu bieten, wenn zur Spannungsversorgung nur eine 230 Volt-Steckdose zur Verfügung steht. In der Regel kommen Kleinspeicher an der Küchenspüle, einem Waschtisch oder einem Handwaschbecken für die komfortable, energieeffiziente  Warmwasserdarbietung zum Einsatz. Sie halten je nach Ausführung 5 oder 10 Liter 30 bis 85 Grad warmes Wasser vor. Ideal sind Kleinspeicher auch für den Einsatz in Büroküchen oder Putzräumen geeignet. Für den elektrischen Anschluss ist lediglich eine Steckdose erforderlich.
Besonders gefragt sind Kleinspeicher in hygienerelevanten Bereichen wie gewerblich genutzten Küchen, in denen laut Vorschrift hohe Warmwasser-Temperaturen von bis zu 82 Grad zu Reinigungszwecken benötigt werden. Kleinspeicher-Geräte sind kostengünstig in der Anschaffung und haben geringe laufende Kosten: Den Speicherinhalt 24 Stunden auf 65 Grad zu halten, kostet beispielsweise 4 Cent – wie der Heizungshersteller Stiebel Eltron aus Holzminden ausgerechnet hat.
„Unterschiedliche Anwendungsfälle erfordern unterschiedliche Lösungen“, so Peter Koß, Marktmanager Haustechnik bei Stiebel Eltron. Hier sind auch die Unterschiede von Kleinspeichern und Durchlauferhitzern zu berücksichtigen: So eignen sich Kleinspeicher nicht fürs Duschen. Spätestens hier kommen Durchlauferhitzer ins Spiel. Sie benötigen eine Starkstromleitung und liefern Warmwasser am Stück - bis 60 Grad. Vom Einschalten bis zum Ausschalten, ob nur 10 Sekunden lang oder über mehrere Minuten. Anforderungen, die insbesondere elektronische Durchlauferhitzer leicht erfüllen können.

Die Trinkwasserverordnung begünstigt dezentrale Versorgung

Mittlerweile werden in Deutschland vier Mal mehr elektronische als hydraulische Geräte eingebaut. Und der bundesdeutsche Markt für elektronische Durchlauferhitzer befindet sich weiter im Aufwärtstrend. Komfort genießen bei gleichzeitiger Geldersparnis – das sind die Hauptbeweggründe, sich für die dezentrale Warmwasserbereitung mit Durchlauferhitzern zu entscheiden. Und Koß kennt noch einen weiteren Grund, den Weg konsequent zur dezentralen Warmwasserversorgung zu gehen: die neue Trinkwasserverordnung.

Die Novellierung vom Mai 2011 bringt einschneidende Veränderungen, die gravierende Auswirkungen für Wohnungsunternehmen haben. Denn eine der wichtigsten Änderungen ist die Einführung einer jährlichen Untersuchungspflicht auf Legionellen auch für Wohngebäude. Damit verbunden wird die Pflicht zur Anzeige des Bestands von Großanlagen zur Trinkwassererwärmung an das Gesundheitsamt. Als Großanlagen gelten Warmwasser-Installationen mit mehr als 400 Liter Speichervolumen und/oder Warmwasserleitungen mit mehr als 3 Litern Inhalt zwischen dem Trinkwassererwärmer und der Entnahmestelle. Das betrifft praktisch alle zentralen Warmwasserversorgungsanlagen in Mehrfamilienhäusern. Hier ist eine durchgängige  Bereitstellung von Temperaturen von mindestens 60 Grad an den Zapfstellen zu gewährleisten. Neu ist die jährliche Prüfpflicht für den Mehrfamilienhausbereich und damit für Wohnungsunternehmen. Bisher war diese Prüfpflicht allein für Installationen vorgesehen, aus denen Wasser an die Öffentlichkeit abgegeben wird – insbesondere Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser oder Gaststätten. „Praktisch jedes Mehrfamilienhaus, das mit einer zentralen Warmwasserversorgung ausgestattet ist, wird von der neuen Prüfpflicht betroffen“, meint Koß. „Nicht betroffen und auf der sicheren Seite sind Anlagen, bei denen das Trinkwasser dezentral erwärmt wird.“ Diese Lösung bietet darüber hinaus zahlreiche weitere Vorteile für Wohnungsunternehmen. „Deshalb sollte man  jetzt, wenn zum Beispiel ohnehin eine Sanierung geplant ist, auch bei bisher zentral versorgten Einheiten stets die Möglichkeit und Wirtschaftlichkeit einer dezentralen Lösung prüfen“, so der Fachmann. Denn für die Wohnungswirtschaft gebe es die ideale Lösung: Eine Wärmepumpe beheizt beispielsweise zentral das Wohngebäude und dezentrale Geräte wie Durchlauferhitzer und Kleinspeicher sorgen für warmes Wasser – und das Wohnung für Wohnung.

Mehr Infos unter www.stiebel-eltron.de