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Denkmalschutz

28.03.2011 16:32 Alter: 1 Jahr(e)
Kategorie: Bauen im Bestand, Fassade + Dach, Denkmalschutz

Nicht alltägliche Bauwerksabdichtung und Fassadeninstandsetzung

Die Hörder Burg wurde im 12. Jahrhundert als Wasserburg erbaut. Das Anwesen mit wechselvoller Geschichte war einst Wohnturm, dann Wasserschloss, später Verwaltungssitz des Amtes Hörde und zuletzt Direktionsgebäude der Hermannshütte. Im Juni 2008 begann eine umfassende Sanierung des über 800 Jahre alten Wahrzeichens des Dortmunder Stadtteils.


Die Renaissance einer romanischen Burg.

Die Hauptarbeit bei der Sanierung bestand im Abdichten des Bauwerks und dem Instandsetzen der Fassade. Experten des Baustoffherstellers Remmers hatten zunächst die Fassadenflächen und Sockelbereiche der Hörder Burg auf ihren bautechnischen und -physikalischen Zustand hin untersucht. Anschließend entwickelten sie das Sanierungskonzept, um den Ursprungszustand wiederherzustellen. Vorher jedoch mussten erst die nicht unerheblichen Bauschäden ausgebessert werden.

Die Bauschäden

Der Putz auf dem Ziegelmauerwerk ist in der gesamten Fassade einschließlich der Verzierungen sehr hart, war aber gleichzeitig stark verwittert. Besonders in den oberen Fassadenbereichen war der Putz durch Frostschäden und über Jahrzehnte eindringendes Regenwasser geschädigt. Im unteren Fassaden-und Sockelbereich hatte aufsteigende Feuchte den Putz erheblich zerstört. Auf der gesamten Fassade gab es Oberputzschäden durch statische Rissbildung und Rostsprengung. Die Risse, meist Kerbrisse, hatten sich durch das ganze Putzgefüge bis auf das Mauerwerk gezogen. Zusätzlich gab es viele Putzhohllagen. Hinzu kam, dass alle Bereiche flächig veralgt waren. Im unteren Fassadenbereich galt das besonders stark für die Strebepfeiler. Die Säulen neben den neuromanischen Fenstern hatten starke Schäden durch Rostsprengung, ebenfalls ein Teil der Skulpturen, Plastiken und Bauzierteile, die durch Abformen reproduziert werden mussten. Das gleiche galt für die Fensterbänke. Die beschichteten Fassadenbereiche wurden vor Jahren mit einer Silikatfarbe überarbeitet, die komplett durch Fräsen entfernt werden musste. Von besonderem denkmalpflegerischen Interesse war die Farbgestaltung der Fassade. Um die richtigen Farben zu bestimmen, hatten Spezialisten von Remmers zunächst Archivmaterial gesichtet und Farbreste an der Fassade untersucht. Damit die Burg äußerlich dem Ursprungszustand entspricht, wurde das Silliconharz-Farbsystem Historic Lasur aufgetragen. Wichtiger energetischer Beitrag war das Abdichten des Bauwerksockels mit dem Kiesol-System.

Heute präsentiert sich das Burggebäude unter den rekonstruierten Zinnen und der mächtigen erneuerten Turmhaube wieder als prägnanter Blickfang, der die lange Geschichte des Dortmunder Stadtteils Hörde repräsentiert.

Nach der Sanierung bietet die Hörder Burg vielfältige Perspektiven. Erste Investorenkontakte haben ergeben, dass neben der bisherigen Nutzung als Bürogebäude vor allem der Ausbau der Burg zu einem hochwertigen Hotel viel versprechend ist und mit dem benachbarten Stiftsforum auch freizeit- und medienwirtschaftliche Nutzungen möglich sind.