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Software

22.06.2011 09:38 Alter: 332 Tag(e)
Kategorie: Software

Komfortable Energiekontrolle aus der Wolke

Mit Energy Monitoring und Controlling (EMC) bietet Siemens eine integrierte Lösung für die Energiebuchhaltung von Gebäuden und Liegenschaften. Sie wird inzwischen bereits in 40.000 Gebäuden in 37 Ländern in mehr als 16 Sprachversionen genutzt. Die in Zusammenarbeit mit dem langjährigen Siemens-Partner Eggs Unimedia aus München realisierte Webanwendung erfordert keine zusätzliche Installation von Hard- oder Software und kann auch von Computerlaien problemlos bedient werden.


Die Auswertung der Verbrauchsdaten kann mit EMC für die gesamte Liegenschaft, für jedes Gebäude einzeln oder auch für einen einzigen konkreten Zähler erfolgen.

Vor dem Hintergrund, dass Gebäude rund 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs verursachen, hat die Europäische Union die EG-Richtlinie 2002/91/EG (EPBD Energy Performance of Buildings Directive) über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden entwickelt. Diese Richtlinie schreibt unter anderem vor, dass der Energieverbrauch und die Energieeffizienz öffentlicher Gebäude mindestens alle zehn Jahre überprüft und mittels eines an prominenter Stelle angebrachten Ausweises über die Gesamtenergieeffizienz offen gelegt werden. Außerdem verlangt sie eine regelmäßige Inspektion von Heizkesseln und Klimaanlagen. Die EPBD ist für alle EU-Mitgliedstaaten verpflichtend und wird in verschiedenen Ländern bereits umgesetzt.

Modular aufgebaute Plattform

Die Cloudlösung Energy Monitoring & Controlling (EMC) und der Green Building Monitor von Siemens ersetzen zwar diesen Ausweis nicht. Sie bilden aber eine gute Ergänzung, um die aktuelle Energieperformance des Gebäudes auf Basis von gemessenen Verbrauchsdaten darzustellen. Vor allem für Unternehmen mit mehreren Standorten und Liegenschaftsverwalter ist sie gut geeignet. „EMC ist eine Technologieplattform, die alle für das Energiemanagement benötigten Funktionen bereitstellt und das Rückgrat für sämtliche Prozesse und Aufgaben in allen Phasen des Lebenszyklus eines Gebäudes ist“, erläutert Winfried Wirth, Senior Product Manager in der Siemens-Division Building Technologies.

Zu den in der Gesamtlösung enthaltenen Modulen zählt beispielsweise das Dashboard, in dem für bestimmte Zielgruppen wie Gebäudemanager oder die Unternehmensleitung aggregierte Informationen über aktuelle Energieverbräuche und -kosten, damit verbundene CO2-Emissionen sowie andere relevante Kenngrößen dargestellt werden, etwa in einem Jahresvergleich und für weltweit alle Liegenschaften. Eine Ampelfunktion zeigt dabei an, ob alles im grünen Bereich ist oder ob an bestimmten Standorten akuter Handlungsbedarf besteht. Mit dem Analyse-Modul lassen sich statistische Auswertungen durchführen und Prognosen erstellen. Dabei werden Wetterdaten ebenso berücksichtigt wie die Gebäudeauslastung oder die aktuelle Luftqualität. Der Green Building Monitor als jüngstes Modul bereitet die Messwerte endverbrauchergerecht auf und stellt sie auf einem Flachbildschirm ansprechend dar. Neben den Daten aus dem jeweiligen Gebäude können auch weitere Informationen eingespielt werden – etwa Energiespar-Tipps, Statements zum Umweltengagement, weitere umweltrelevante Fakten oder Wettervorhersagen.

Abrechnung pro angeschlossenem Zähler

Die Siemens-Division Building Technologies stellt die EMC-Plattform, die auf Servern in zwei Data-Centern in Europa und den USA gehostet wird, als Cloudlösung zur Verfügung – quasi „aus der Steckdose“. Abgerechnet wird pro Zähler, der angeschlossen ist, mit einer relativ geringen Jahresgebühr. „Das System wächst bei Bedarf mit dem Anwender mit“, unterstreicht Wirth. „Wenn der Kunde ein neues Gebäude einbeziehen oder die Analyse detaillierter vornehmen will, ist das kein Problem“. Zu diesem Konzept gehört auch die Integration der Advantage Operations Center (AOC) der Siemens-Division Building Technologies, die rund um die Uhr die Gebäudeleitsysteme in den Liegenschaften überwachen und bei Störungen oder Abweichungen von der Norm sofort eingreifen und das Wartungspersonal vor Ort alarmieren.

Der große Vorteil: Für die webbasierte Energiebuchhaltung sind keine beziehungsweise nur geringfügige Investitionen, keine zusätzlichen Softwareinstallationen und auch keine speziellen Schulungen notwendig. Außerdem ist der Zugriff auf die Daten rund um die Uhr weltweit möglich. „Um den Kunden eine weitergehende Hilfestellung im Bereich Energiemanagement geben zu können, haben wir uns damals zur Entwicklung einer Online-Plattform auf Webbasis entschlossen“, betont Winfried Wirth. Energieverbrauch und -kosten sollten damit über das Internet – statt wie herkömmlich über Hardware- und Softwaresysteme vor Ort – ausgewertet und überwacht werden können. Von vorneherein war klar, dass zu den Anwendern des Systems vor allem Praktiker aus der Gebäudeverwaltung und -technik zählen würden.

Intuitive Bedienung als Entwicklungsziel

„Eine intuitive Bedienung war deshalb genauso gefragt wie der Verzicht auf aufwändige Hard- und Softwareinstallationen vor Ort“, berichtet Michael Deiß, Geschäftsführer der Münchener Eggs Unimedia, der maßgeblich für die technische Realisierung der Plattform verantwortlich ist. Zielgruppe für die EMC-Lösung sind Kommunen, Krankenhäuser und Energieversorger ebenso wie Unternehmen mit mehreren Standorten und typische Liegenschaftsverwalter. Sinn macht ihr Einsatz vor allem bei mehreren alleinstehenden Gebäuden oder in großen Unternehmen mit weit auseinander liegenden Gebäudekomplexen, in denen bisher ein Verantwortlicher vor Ort – etwa ein Hausmeister – regelmäßig die Verbrauchsstände für Elektrizität, Gas, Öl, Brauchwasser, Kaltwasser oder Fernwärme abliest und die Daten an einem PC erfasst. Durch die automatisierte Zusammenführung und Analyse dezentraler Zählerwerte in einer zentralen Datenbank ist EMC speziell für solche Anwender interessant.

Noch effizienter ist der Einsatz der Lösung, wenn die Zählerwerte automatisch erfasst und an das System übertragen werden – auf Wunsch sogar mit Ablesezyklen im 15-Minuten-Intervall und kleiner. Durch die Nutzung des Internets als Datentransportmedium sind die Kommunikationskosten zwischen den Zähleinrichtungen in den Gebäuden des Anwenders und dem zentralen EMC-Server vernachlässigbar. Auf diesem Server erzeugt ein leistungsfähiges Energieanalyse-Programm automatisch aussagefähige Reports zu Energie- und Medienverbrauch sowie Emissionen in einem einheitlichen Format, die wiederum dezentral über das World Wide Web jederzeit und überall passwortgeschützt abgefragt werden können – sei es für die gesamte Liegenschaft, für jedes Gebäude einzeln oder auch für einen einzigen konkreten Zähler. Außerdem sind auf dem Applikationsserver das Sicherheitsmanagement, die Benutzerverwaltung und die Alarmzuordnung installiert, über die der Immobilienbesitzer oder -verwalter per SMS oder E-Mail benachrichtigt werden kann. Etwa bei Havarien, wenn die Eingabe der Zählerstände nicht termingerecht erfolgt oder ein zuvor gesetzter Budgetwert überschritten wird.

Vergleichbare, witterungsbereinigte Daten ermöglichen EMC das Errechnen von Benchmarkzahlen, um ähnliche Gebäudetypen miteinander zu vergleichen und nach den Ursachen für erhöhten Energieverbrauch zu suchen. Dadurch lassen sich kontinuierlich Optimierungspotenziale identifizieren und die Qualität und Performance des Gebäudebetriebs verbessern. Insgesamt – so die praktische Erfahrung – lassen sich so Energieeinsparungen von bis zu 10 Prozent erreichen. Alleine das Erstellen von Lastprofilen und deren genaue Beobachtung führt häufig bereits zu Einsparungen von zwei bis fünf Prozent, etwa wenn nachts unnötigerweise die Beleuchtung in bestimmten Räumen angeschaltet ist. Winfried Wirth: „Damit machen sich die Ausgaben für den Einsatz unserer Lösung schon sehr schnell bezahlt“.