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Politik

01.12.2011 13:28 Alter: 170 Tag(e)
Kategorie: Strom, Politik

Strompreisprognose 2012: Anstieg um 4 Prozent erwartet

Das unabhängige Verbraucherportal Verivox hat ermittelt, dass die durchschnittlichen Strompreise für private Verbraucher zum Jahreswechsel um voraussichtlich 4 Prozent steigen werden. Auf einen Musterhaushalt kommen damit Mehrkosten in Höhe von rund 35 Euro pro Jahr zu.


Zum neuen Jahr hin wird der Strom wieder teurer. Der Prognose zufolge legt ein Musterhaushalt 4 Prozent drauf.

Die Verbraucher müssen zum Jahresbeginn 2012 wieder tiefer in die Tasche greifen. Dann wird Strom um rund 4 Prozent teurer. Durch die Preiserhöhungen muss ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden künftig rund 35 Euro brutto mehr für Strom bezahlen.

Die Gründe für den Anstieg


Die Übertragungsnetzbetreiber haben bekannt gegeben, dass die EEG-Umlage von 3,53 Cent im Jahr 2011 auf 3,592 Cent pro Kilowatt im Jahr 2012 steigt. Der Verivox-Verbraucherpreisindex Strom liegt im November 2011 für einen Verbrauch von 4000 Kilowattstunden bei einem Bruttopreis von 974 Euro. Durch die erhöhte EEG-Umlage und die Doppelbesteuerung (Mehrwertsteuer) steigt dieser Durchschnittspreis auf 977 Euro, was einer jährlichen Mehrbelastung von 3 Euro entspricht.

Steigende Großhandelspreise

Um die Entwicklung der Großhandelspreise für Strom zu ermitteln, wurde der volumengewichtete Jahresdurchschnitt aller für 2011 und 2012 gehandelten Terminkontrakte an der Strombörse EEX in Leipzig verglichen. Im Ergebnis haben sich die Strompreise für das Jahr 2012 um rund 3 Euro pro Megawattstunde erhöht. Für die Endverbraucherpreise bedeutet dies bei einer direkten Weitergabe eine Preissteigerung von 1,5 Prozent oder 15 Euro pro Jahr.

Netznutzungsentgelte erst vorläufig veröffentlicht

Ein weiterer Preisfaktor sind die Netznutzungsentgelte, deren Entwicklung derzeit noch nicht abschließend abgeschätzt werden kann. Die Netzbetreiber sind zwar dazu angehalten, die Entgelte für das Jahr 2012 bereits jetzt zu veröffentlichen, in vielen Fällen handelt es sich jedoch um vorläufige Werte, die sich zum Jahreswechsel noch einmal ändern können. Die elf größten Netzbetreiber haben derzeit Erhöhungen der Netznutzungsentgelte von durchschnittlich 6,5 Prozent angekündigt. Wird dieser Trend auch von den anderen Netzbetreibern aufgenommen, erhöht sich der Endpreis für die Verbraucher um weitere 2 Prozent, was einer jährlichen Mehrbelastung von rund 17 Euro entspricht.

Preiserhöhungen zum Jahreswechsel erwartet

„Die Entwicklung der EEG-Umlage, der Großhandelspreise und der Netznutzungsentgelte deutet darauf hin, dass viele Verbraucher zum Jahreswechsel mit Preiserhöhungen rechnen müssen“, sagt Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox. „Wie hoch diese genau ausfallen werden, lässt sich aufgrund der noch unklaren Lage bei den Netzentgelten und der individuellen Preispolitik der einzelnen Versorger noch nicht abschätzen. Im Durchschnitt rechnen wir jedoch mit einer Steigerung von rund 4 Prozent. Die Strompreise für private Verbraucher in Deutschland steigen damit im zwölften Jahr in Folge“, so Reese.

Infos unter: www.verivox.de/stromvergleich