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Strom

05.09.2011 13:35 Alter: 257 Tag(e)
Kategorie: Strom, Politik

Umfrage zum Umgang mit steigenden Energie- und Stromkosten

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über die Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke sowie steigender Rohstoffpreise und gesetzlicher Energieeinsparverordnungen könnte es zu steigenden Stromkosten kommen. In einer Umfrage hat der Vorsorge-Spezialist Wüstenrot und Württembergische herausgefunden, dass ein Drittel der Befragten steigende Strom- und Energiekosten in Kauf nehmen würde. Dies jedoch nur in geringem Umfang.


Mehr als zwei Drittel der Verbraucher sind bereit, für grünen Strom mehr zu bezahlen.

In einer repräsentativen Exklusivstudie zum Thema Strom- und Energiekosten der Wüstenrot und Württembergische-Gruppe hat das Marktforschungsinstitut Respondi aus Köln ermittelt, inwieweit die Bevölkerung bereit wäre, für eine sofortige Abschaltung der Atomkraftwerke monatliche Mehrkosten in Kauf zu nehmen. Rund 24 Prozent der Befragten lehnen es ab, hierfür anfallende Kosten aus eigener Tasche zu bezahlen. Rund 12 Prozent würden lediglich weniger als 5 Euro für grünen Strom aufbringen. Rund 33 Prozent würden sich dies aber zwischen fünf und 14 Euro pro Monat kosten lassen, wenn sie in Zukunft grünen Strom beziehen könnten. 18 Prozent der Befragten würde sogar zwischen 15 und 25 Euro bezahlen. Der Rest der Befragten wären entweder bereit, einen noch höheren Beitrag leisten oder haben keine konkreten Angaben gemacht. Vor allem jüngere Menschen sind eher bereit, für den Atomausstieg Mehrkosten für Energie zu tragen als ältere Menschen.

Weniger Energieverbrauch um Mehrkosten zu senken

In einer weiteren Frage wurde erhoben, an welcher Stelle die Verbraucher künftig ihr Budget kürzen würden, um mögliche energetische Mehrkosten tragen zu können. Um die 86 Prozent würden einen Anstieg der Energiekosten vor allem durch ein energiebewusstes Verhalten kompensieren und den eigenen Energieverbrauch im Haushalt senken. Aber auch beim Kauf von Kleidung, Restaurantbesuchen oder Urlauben würden sich viele beschränken. So würden rund 47 Prozent bei steigenden Stormkosten auf den Kauf von Kleidung und Elektrogeräten verzichten. Ungefähr 46 Prozent würden aber auch auf ihre finanziellen Rücklagen in Spar- und Bausparverträgen zurückgreifen. Einsparungen beim Versicherungsschutz und bei der privaten Altersvorsorge würden allerdings nur wenige vornehmen.

Wohneigentümer treiben energetische Sanierungen voran

Die intensive Diskussion über den Ausstieg aus der Atomenergie hat auch die Pläne vieler Immobilienbesitzer in Bezug auf Modernisierungen und Renovierungen von Wohnung oder Haus verändert. Zwei Drittel aller Baugelder, die die privaten Bausparkassen ihren Kunden auszahlen, fließen bereits in Maßnahmen an bestehenden Gebäuden. Dr. Alexander Erdland, Vorstandsvorsitzender der W und W AG: „Die Abkehr von der Kernenergie bedeutet auch die Notwendigkeit von Energieeinsparungen. Erforderlich ist daher ein konsequentes Sparverhalten der Verbraucher sowie eine finanzielle staatliche Unterstützung in deutlich erhöhtem Umfang für energetische Maßnahmen. Dazu zählt auch Fördersicherheit für heutige und zukünftige Finanzierer, sonst können sich viele Immobilienbesitzer die Investitionen zur Erreichung der Energieeffizienz- und Klimaschutzziele nicht leisten.“

Ältere Wohneigentümer haben laut der aktuellen Studie entsprechende energetische Sanierungsmaßnahmen oft bereits vorgenommen. Jüngere Eigentümer planen diese Maßnahmen aber auch unabhängig vom geplanten Ausstieg aus der Atomenergie. Rund die Hälfte der Befragten gibt an, dass der Atomausstieg nichts mit ihren Renovierungs- und Modernisierungsplänen zu tun hat. Ein Viertel hiervon gibt an, dass sie ohnehin keine Renovierungen planen und weitere 25 Prozent sind der Meinung, dass sie sich an ihren bisherigen Zeitplan halten werden, unabhängig von der Laufzeit der Atomkraftwerke. Nur ein kleiner Teil von 14,4 Prozent möchte seine Planungen zeitlich vorantreiben. Dies ist immerhin fast jeder siebte der befragten Immobilieneigentümer, der aufgrund der befürchteten Preissteigerungen, die durch den Atomausstieg verursacht werden, geplante energetische Modernisierungsmaßnahmen vornimmt.