

Oben: Mini-Blockheizkraftwerke nutzen die bei der Erzeugung von Strom entstandene Abwärme zum Beheizen des Wohnobjektes.

Unten: Energieexperten attestieren der Kraft-Wärme-Kopplung auch und gerade im Wohnungsmarkt ein beachtliches Zukunftspotential.
Kleine, ölbetriebene Blockheizkraftwerke (BHKW), die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen, stehen im Mittelpunkt einer Initiative in Baden-Württemberg. Mit einem bis Ende 2011 befristeten regionalen Förderprogramm unterstützen die Mineralölwirtschaft, einige Gerätehersteller und der Verband für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH) den Einbau und Betrieb von so genannten Öl-Mini-BHKW-Anlagen mit einem Betrag von bis zu 1.450 Euro pro Anlage. Bezuschusst werden Anlagen bis zu einer Leistung von 30 Kilowatt (kW). Förderanträge erhalten Interessenten über den VEH.
Mini-Blockheizkraftwerke nutzen die bei der Erzeugung von Strom entstandene Abwärme zum Beheizen des Wohnobjektes. Damit sind sie im Vergleich zu konventionellen Kraftwerken deutlich energieeffizienter: „Ein Öl-Mini-BHKW setzt den Brennstoff zu rund 95 Prozent in Strom und Wärme um“, erläutert Prof. Christian Küchen vom Institut für Wär-me und Oeltechnik (IWO). Konventionelle Kraftwerke dagegen erreichen einen Wirkungs-grad von durchschnittlich weniger als 40 Prozent. Das heißt 60 Prozent der zur Stromerzeugung eingesetzten Energie gehen als Abwärme zum Beispiel über die Kühltürme verloren. „Die Kraft-Wärme-Kopplung kann die Effizienz bei der Stromerzeugung deutlich erhöhen und so dazu beitragen, den Primärenergiebedarf zu senken“, so der Experte weiter.
Kraft-Wärme-Kopplung – fester Bestandteil der Energie- und Klimaschutzpolitik in Baden-Württemberg
Unterstützung erhält die Initiative auch von Seiten der Politik, denn mit ihrer Förderinitiative schaffen die beteiligten Unternehmen einen weiteren Anreiz für die Nutzung der klimaschonenden Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Der KWK-Anteil im Wärmemarkt liegt derzeit bei zehn Prozent. Aus Sicht der Landesregierung in Baden-Württemberg besteht jedoch weiterer Handlungsbedarf: Sie verfolgt das ehrgeizige Ziel, den Anteil in den nächsten zehn Jahren zu verdoppeln. „Dabei sind kleine Blockheizkraftwerke von besonderer Bedeutung. Bei richtiger Auslegung und Installation stellen derartige ‚Mini-BHKW‘ eine ausgezeichnete Möglichkeit dar, die Energieeffizienz signifikant zu verbessern“, so Ernst Pfister, Wirtschaftsminister des Landes Baden-Württemberg.
Auch andere Energieexperten räumen der Kraft-Wärme-Kopplung im Wohnungsmarkt beachtliches Zukunftspotential ein. Kleine Öl-KWK-Anlagen mit bis zu 50 Kilowatt Leistung werden bereits seit Jahren erfolgreich in größeren Wohnobjekten, im produzierenden Gewerbe, in Krankenhäusern, Schwimmbädern oder Hotels eingesetzt. Für den Einsatz in Ein- bis Dreifamilienhäusern wird zurzeit ein mit Heizöl betriebenes Mikro-KWK-Gerät entwickelt. Ausgelegt ist die geplante „Strom erzeugende Ölheizung“ für eine thermische Leistung von 3 bis 19 Kilowatt (kW) und eine elektrische Leistung von bis zu 2 kW. Der erzeugte Strom kann entweder selbst genutzt oder ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Weil Öl-BHKW-Anlagen Strom wesentlich effizienter und klimaschonender erzeugen als konventio-nelle Großkraftwerke, hat der Staat die Förderung von BHKW-Strom gesetzlich verankert: Neben der Stromeinspeisevergütung erhalten die Betreiber zusätzlich 5,11 Cent pro Kilowattstunde selbst erzeugten Stroms. Dazu kommt die Energiesteuerrückerstattung von 6,1 Cent pro Liter, wenn schwefelarmes Heizöl verwendet wird. Und für die Betreiber entfällt die Stromsteuer in Höhe von 2,05 Cent pro Kilowattstunde.
Gemeinsam für mehr Klimaschutz
Für die Mineralölwirtschaft ist die KWK-Initiative die konsequente Fortführung ihrer Klima-schutzaktivitäten. „Unter Berücksichtigung des Marktanteils von Heizöl im Wärmemarkt sehen wir für eine künftige KWK-Nutzung ein Potenzial von mehreren hundert Objekten“, betont Roland Weissert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Verbandes für Energiehandel Südwest-Mitte (VEH). Dabei sind Mineralölwirtschaft und Verband auf das Know-how des Fachhandwerks angewiesen, das die Initiative unterstützt. „Wir beraten die Verbraucher gern im Vornherein, ob sich der Einbau einer KWK-Anlage in ihrem Objekt lohnt und unterstützen sie bei der Umsetzung“, so Jörg Knapp vom Fachverband SHK Baden-Württemberg.
Quelle: www.veh-ev.de/www.iwo.de